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2.Bericht von der oberen Möhne
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Besuch an der oberen Möhne

Nachdem wir schon einen guten Saisonauftakt am Möhnefluß hatten, war es im Juni wieder an der Zeit mal zu sehen, ob die Fischerei dort noch immer so attraktiv geblieben war.

Ich machte mich diesmal allein auf den Weg um meine 6er Gerte biegen zu lassen. Die Tageserlaubnis war schnell besorgt und so konnte ich meinen Plan in die Tat umsetzen. Es sollte der Anfang der Gewässerstrecke befischt werden. Vor Ort auf der Brücke sah ich bereits den relativ niedrigen Wassserstand. Am ersten Pool angekommen freute ich mich über die vorhandene Ruhe am Wasser, keine Spuren von weiteren Fischern waren an der Strecke zu sehen, Klasse! Im Uferbewuchs sitzend und den Spot beobachtend, montierte ich meine 9 ft. Klasse 6 Rute mit 6er WF-Leine, einem starken 8 ft. langen Fluocarbon-Vorfach und einem beschwerten Woolly Bugger der Größe 6. Unter den überhängenden Bäumen der anderen Uferseite tat sich bereits etwas. Man sah zwei Fische zwischen dem Grün wechseln, das war natürlich sehr motivierend für die nächsten Minuten. Ich schlich ein paar Meter zurück und ließ den Bugger flußab ans andere Ufer fliegen und fütterte sofort zwei drei Meter Leine nach. Beim Ausfischen des Köders mußte er längst in dem Bereich der beiden Fische sein. Der erste Biss kam knallhart beim Anstrippen, eine Regenbogenforelle, gut im 50er Maß, fand den Weg ans Ufer. Ein gelungener Anfang war gemacht. Es folgten noch drei weitere Regenbogenforellen an der Stelle, eine biss direkt unter der Rutenspitze, sie schoß aus der Tiefe hervor.

Etwas abwärts stieg ich ein und watete zum nächsten Spot, einem kurzen Gumpen. Ein paar Meter davor blieb ich stehen und fischte den Gumpen ab. Eine weitere Regenbogenforelle war die Belohnung. An der Stelle folgte kein weiterer Biss. Flußabwärts wurde es nun schneller aber flach, mit bewachsenen Ufern und überhängendem Strauchwerk. Auch hier fingen wir schon den einen oder anderen Fisch aber heute ging hier nichts. Es folgte eine Linkskurve die sehr stark überwachsen war, ich stellte mich in die Innenkurve und schlenzte den Woolly Bugger auf Rutenlänge in die tiefere schnelle Rinne an der anderen Seite, keine vier Meter vor mir und fing auf zehn Metern Strecke weitere drei gute Forellen. Ich war bereits vollkommen zufrieden.

Nach der Kurve lag eine Menge Totholz von den letzten Hochwassern im Fluß, alles perfekte Standplätze für unsere Zielgruppenmitglieder. Sie waren auch da, doch leider immer unerreichbar hinter den Hölzern, die sich wie nicht einnehmbare Trutzburgen darstellten. Etliche Meter flußab befischte ich noch das tiefe Loch, an dem Niki beim letzten Besuch so viel fing. Der Woolly Bugger schien aber kein Interesse zu wecken, also wechselte ich auf verschiedene beschwerte Nymphen. Da ich die Stelle für sehr gut hielt, fischte ich dort länger als eine Stunde, leider ohne Ergebnis. Aber Fisch war in der Nähe, nur eben unerreichbar, am Ufer, hinter dem Totholz!

Ich stieg aus und ging am Ufer weiter, das Ufer liegt hier über zwei Meter hoch und ist fast durch und durch mit Bäumen bewachsen. Man konnte immer wieder gute Fische entdecken, aber fast nicht befischen! Man kam an etwas lichtere Stellen und fischte dann dort den näheren Bereich ab. Ein kommplettes durchwaten war nicht möglich wegen der gefährlichen Kurven und der Felsen unterwasser. Nach der tiefen Kurve ging ich an einer Stelle wieder hinunter ans Wasser, tauchte den erneut angebundenen Woolly Bugger auf Rutenlänge ins Wasser, wollte Leine von der Rolle ziehen und bumm! Ein heißer Drill folgte und eine weitere Fettflossenträgerein machte den Landgang. Etwa 20 Meter links lag ein starker Baum quer über den Fluß. Eine Menge Holz war davor getrieben, so dass es aussah wie ein Damm. Es war schwierig dorthin zu werfen, da überall Bäume und Äste meinen Standort überwucherten, mit einem seitlichem flachen Wurf gelang es, die fehlenden vier Meter fütterte ich Schnur nach und ließ den Köder absinken. So konnte ich mit dieser Taktik zwei feiste Regenbogner unter dem Holz hervorlocken und zum heftigen nehmen des Woolly Buggers reizen. Da danach keine weiteren Aktionen folgten entschied ich mich für einen Stellungswechsel.

Nach der nächsten Kurve stieg ich wieder ins Wasser und watete unter überhängende Bäume um die tiefere Rinne des Prallhangs zu befischen. Mit kurzen seitlichen Würfen ließ ich den Köder in der Rinne abtauchen und herumtreiben. Ich bekam ruppige Bisse die ich aber nicht verwerten konnte. Nach einiger Überlegung wechselte ich auf einen knallig orangenen Bugger um mehr Reiz auszuüben. Zwei weitere Fehlbisse folgten, jedoch kamen die Fische nun als Verfolger hinter dem Köder her und bissen an der Kante kurz zu. Mein Kescher wurd dann doch noch naß und eine Regenbogenforelle mit sehr starker Färbung war der Preis für die umständliche Fischerei.

An der nächsten Kurve traf ich auf zwei Mitglieder der rutenschwingenden Zunft und entschloß mich nach einem kurzem Plausch, es noch mit der Trockenfliege am ruhigen Bereich in Niederbergheim zu versuchen. Am Flußabschnitt dort wurde bereits schon gefischt, ich entschloß mich trotzdem es zu versuchen. Fische konnte ich genug ausmachen, diese nahmen auch Nahrung von der Oberfläche auf, eigentlich sehr verheißungsvoll. Die Nahrung bestand aus gelbfarbenen Eintagsfliegen und da ich solche Muster nicht in der Fliegendose hatte, gaben mir die Flossenträger keine Chance. Es war ein entspanntes Werfen und Servieren.

Das Ergebnis dieses Fischertages war mehr als zufriedenstellend und gerne kommen wir wieder zu einem weiteren Besuch zur oberen Möhne.

Eine schöne Fischwaid wünscht Euch Marco von den Lenne Guides!

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